Luftfahrt-EisenachFlugunfälle26.04.08 - Flugschau-Unglück

Ein schwarzer Tag für Eisenach

26.04.08 - Flugschau-Unglück in Eisenach-Kindel

Das Ereignis vom Samstag am Flugplatz Eisenach-Kindel erfüllt uns mit tiefer Trauer und Bestürzung. Wir empfinden tiefes Mitgefühl für die Angehörigen der Verletzten und der Verstorbenen. Unser Beileid gilt allen Familienangehörigen, Freunden und Bekannten der Verstorbenen. Wir hoffen sehr für die Verletzten, dass sie sich bald auf dem Weg der Heilung befinden werden. Dieser schreckliche Unglücksfall, der für uns alle unerwartet über die Veranstaltung hereinbrach, hinterlässt bei uns als lokales Luftfahrt-Magazin unauslöschliche Erinnerung an die traurigen Geschehnisse. Unsere Betroffenheit ist angesichts dieses tragischen Unglücks groß, denn mit einem derartigen Unglücksfall hatte keiner gerechnet. Wir danken den zahlreichen Rettungskräften und den Ersthelfern, die mit ihrem schnellen und tatkräftigen Einsatz, entscheidend zum Gelingen der Rettungsaktion beigetragen haben.

Was war geschehen?

Ein großes Flugplatzfest sollte es werden, das als Großflugtage in Eisenach für den 26. und 27.April 2008 geplant war. Großartig war auch das geplante Programm für diese Veranstaltung. Und ja: bis zum Unglückszeitpunkt traf es auch vollkommen zu, was im Programm angekündigt war. Aber um etwa 15:50 Uhr trat das ein, womit keiner gerechnet hatte. Ein Agrarflugzeug vom Typ LET Z-37A, das auch als Löschflugzeug eingesetzt werden kann, rollte zur Startbahn. Der Pilot wollte den Abwurf von Löschwasser demonstrieren. Kurz nach dem Anrollen von der Startbahn 28 bricht das Flugzeug nach rechts aus und rast in den Zuschauerbereich und kommt in einem Verkaufswagen für Süßigkeiten zum stehen. Eine 46jährige Frau stirbt sofort, fünf Personen werden schwer verletzt und weitere 11 Personen erleiden leichtere Verletzungen. Ein 14jähriges Mädchen erliegt zwei Tage später seinen Verletzungen. Auf dem Flugplatzgelände bricht Panik aus. Nach kurzer Zeit läuft einer der größten Einsätze für Feuerwehr, Polizei, DRK und anderer Rettungskräfte an. 3 Rettungshubschrauber gelangen zum Einsatz.

Am Ende steht eine Frage im Raum: WARUM?

Sind Flugshows und Flugplatzfeste grundsätzlich gefährlich?

Eine 100prozentige Sicherheit gibt es, wenn man ehrlich und sachlich darüber nachdenkt, nirgends. Und gerade am Flugplatz Eisenach-Kindel sind die Sicherheitsabstände geradezu riesig im Vergleich zu anderen derartigen Veranstaltungen. Und im Allgemeinen ist auch die Fliegerei als Sicher einzustufen. Bedenkt man einmal, wie viele Menschen bei Autounfällen ums Leben kommen, nimmt sich die Zahl der Opfer bei Flugshows relativ bescheiden aus. Und wenn ein Autofahrer ums Leben kommt, wird niemand das Autofahren in Frage stellen. Allerdings: bei Luftfahrtveranstaltungen sind immer viele Zuschauer mit Foto- und Videokameras dabei, und auch das Medieninteresse ist hier wesentlich höher. Kommt es hier zum Unfall, rückt das Ereignis sofort in den Fokus von Presse und Bevölkerung. Der Unfall von Eisenach ist eine Tragödie, die so noch nicht passiert ist und das soll auch nicht relativiert werden, aber daraus grundsätzlich zu folgern, das Flugveranstaltungen grundsätzlich gefährlich sind, ist ein falscher Schluss. Die genaue Ursache der Katastrophe wird durch die BFU ermittelt, man sollte dem nicht durch Spekulationen vorgreifen.

Luftfahrt-Eisenach.de will mit diesen Seiten Informationen bieten, um unnützen Spekulationen und Fehlinterpretationen vorzubeugen.